Seven texts
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SEVEN

(Memorial for the Columbia Astronauts)
for violin and orchestra

Die Columbia-Katastrophe am 1. Februar 2003 war ein dramatisches Ereignis, das mich außerordentlich berührt hat. Vor allem das Fernsehbild eines leeren Astronautenhelmes, der unversehrt inmitten zahlloser Trümmerstücke auf die Erde gestürzt war, versinnbildlichte für mich die Tragik dieses Unglückes, bei dem sieben Menschen kurz vor der Rückkehr der Raumfähre auf die Erde ihr Leben verloren.

Seit langem schon dachte ich darüber nach, ein Violinkonzert zu schreiben. Vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse um die 28. Space Shuttle Mission griff ich diese Idee wieder auf; das Violinkonzert als musikalischer Dialog zwischen Solist und Orchester schien mir besonders geeignet, der Erinnerung an die verunglückten Astronauten  musikalische Form zu geben.

Alle sieben Astronauten erhielten eine persönliche Widmungskadenz. Auch die Darstellung ihrer Persönlichkeiten spiegelt sich in der Komposition wider, so zum Beispiel durch Anklänge der musikalischen Kulturen von Kalpana Chawla, der in Indien geborenen amerikanischen Astronautin und von Ilan Ramon, dem ersten Israeli im Weltall.

Die Zahl 7 bestimmt die musikalische und rhythmische Gestaltung des Werkes und beschreibt gleichzeitig das Grundprinzip der Komposition: 49 Musiker sind in 7 Gruppen aufgeteilt, neben der Sologeige gibt es 6 weitere Violinen, die im Saal verteilt sind. Sie sind wie sieben Satelliten oder Seelen, die klingend im Raum schweben.

Das Violinkonzert Seven ist ein sehr persönlicher Monolog und der musikalische Ausdruck meines Mitgefühls für die sieben Astronauten, die ihr Leben für die Erforschung des Alls und damit für die Erfüllung eines Menschheitstraums ließen.